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Für die Entwicklung der Klinischen Hypnose in Deutschland
nach dem zweiten Weltkrieg waren zwei Mediziner von großer
Bedeutung, J.H. Schultz (1884 - 1970) und Dietrich Langen (1913
- 1980).
Johannes Heinrich Schultz absolvierte sein Medizinstudium an
den Universitäten Lausanne, Göttingen und Breslau.
Später arbeitete er an der Universitätsklinik in Jena
wo er sich 1915 habilitierte und 1919 zum außerordentlichen
Professor ernannt wurde. Anschließend ließ er sich
als Neurologe und Psychotherapeut in Berlin nieder. Schultz
wurde insbesondere durch sein Buch über das "Autogene
Training" (1932) bekannt, eine autosuggestive Methode zur
körperlichen und seelischen Entspannung, die er aus der
Hypnose entwickelte. Schultz, dessen Rolle als Arzt während
der Nazizeit umstritten ist, war ein Schüler des berühmten
Hirn- und Hypnoseforschers Oskar Vogt (s. Saal
8). 1952 verfaßte er ein Buch zur "Hypnose-Technik"
1). 1955 gründete er die "Deutsche
Gesellschaft für ärztliche Hypnose und autogenes Training
(DGÄHAT)" und schuf damit den ersten institutionellen
Rahmen für die praktische und wissenschaftliche Beschäftigung
mit Hypnose in Deutschland.

Dietrich Langen (1913 - 1980)
Literatur:
1) Schultz, J.H. (1952). Hypnose-Technik. Stuttgart:
Gustav Fischer
2) Langen, D. (1972). Kompendium der medizinischen Hypnose.
Basel: Karger.
3) Stokvis, B. (1955). Hypnose in der ärztlichen Praxis.
Basel: Karger.
4) Jovanovic, U.J. (1988). Methodik und Theorie der Hypnose.
Stuttgart: Gustav Fischer.
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Johannes Heinrich Schultz (1884 - 1970)
Dietrich Langen wurde 1913 in Apia auf Samoa als Sohn des Pflanzers
und Ingenieurs Erich Langen geboren. Während des zweiten
Weltkrieges war er an der Ostfront als Hirnchirurg tätig
sein. Nach dem Krieg erweckten die 1949 erschienenen "Psychotherapeutischen
Studien" von E. Kretschmer sein Interesse für die klinische
Psychotherapie dermaßen, daß er eine Chefarztposition
aufgab, um als unbezahlter Assistent bei Kretschmer in Tübingen
zu arbeiten, wo er dessen "Gestufte Aktivhypnose" kennenlernte.
1958 erfolgte die Habilitation bei E. Kretschmer, und 1965 erging
der Ruf an ihn auf den ersten in Europa errichteten Lehrstuhl
für "Psychotherapie und Medizinische Psychologie"
an der Johannes Gutenberg-Universität zu Mainz. Bekannt ist
sein "Kompendium der medizinischen Hypnose" 2)
, das er aus dem Buch des einflußreichen holländischen
Hypnosetherapeuten Berthold Stokvis 3)
entwickelte. "Mit J.H. Schultz und Dietrich Langen...endet
die klassische medizinische Hypnose deutscher Zunge (Jovanovic,
1988, p. 95 4)).
Die 1979 gegründete Milton Erickson Gesellschaft für
Klinische Hypnose (MEG) und die 1982 gegründete Deutsche
Gesellschaft für Hypnose (DGH) sind überwiegend dem
ressourcenorientierten Ansatz der Ericksonschen Hypnosetherapie
verpflichtet.
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