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Der große Gegenspieler von Charcot war Bernheim, der Kopf
der Schule von Nancy. Anders als Charcot, der hypnotische Phänomene
als krankhafte, somatisch begründete Symptome ansah, führte
Bernheim die hypnotischen Phänomene auf rein psychische
Faktoren zurück.
Bernheim, Professor für Innere Medizin an der Universität
von Nancy, lernte 1882 den Landarzt Liébeault kennen,
der in seiner Praxis in Port-Saint-Vincent bei Nancy mit Hypnose
arbeitete. Liébeaults Methode bestand darin, die Patienten
seine Augen fixieren zu lassen und ihnen dann zu suggerieren,
daß sie immer schläfriger würden. Hatte er den
Eindruck, daß sie hypnotisiert waren, suggerierte er ihnen,
daß sie von ihren Symptomen befreit seien. Und damit hatte
er viel Erfolg.Von seinen ärztlichen Kollegen wurde Liébeault
als Außenseiter abgetan; auch daß er kein Honorar
für seine Hypnosen verlangte, machte ihn verdächtig.Sein
Buch von 1866 1) wurde so gut
wie nicht beachtet. Das änderte sich schlagartig als Bernheim
sich öffentlich für Liébeault einsetzte und
seine Methoden an der Universitätsklinik von Nancy einführte.
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Hyppolite Bernheim (1840-1919) begründete
die Schule von Nancy, die - anders als die Salpetrière-Schule
- die Wirkungen der Hypnose auf Suggestion zurückführte.
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Auguste Ambroise Liébeault (1823-1904),
ein Landarzt, dessenlangjährige therapeutische Arbeit
mit Hypnose erst nach seiner "Entdeckung" durch
Bernheim, Professor an der Unversität Nancy, öffentliche
Anerkennung fand.
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Bernheim, dessen Lehrbuch über Hypnose (1886 2))
ein großer Erfolg wurde, wurde der erbitterte Widersacher
Charcots und entschied die Auseinandersetzung mit der Salpetrière-Schule
schließlich für sich. Seiner Theorie der Hypnose
schlossen sich viele bekannte Psychiater im In- und Ausland
an wie Forel, Schrenck-Notzing, Krafft-Ebing, Bechterew, um
nur einige zu nennen. Bernheims Auffassung, daß Hypnose
ein Zustand erhöhter Suggestibilität sei, der über
Suggestionen hervorgerufen würde, wurde die theoretische
Basis der sogenannten "klassischen Hypnose".
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Literatur:
1) Liébeault, A. (1866). Du sommeil
et des états analogues, considérés surtout
au point de vue
de l'action du moral sur le physique. Paris : Masson.
2) Bernheim, H. (1886). De la suggestion et de ses applications
à la thérapeutique.
Paris : Doin.
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