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Falls Sie sich für eine Hypnotherapie interessieren, möchten Sie sich verständlicherweise ausführlich über diese Form der Therapie informieren. Am besten ist dazu natürlich die Therapeutin oder der Therapeut geeignet, an den Sie sich wegen einer Hypnotherapie wenden. Bevor aber dieser Schritt getan wird - sich zu einer Hypnotherapie anzumelden -, gibt es dann doch noch einige Fragen im Vorfeld, auf die wir im folgenden kurz eingehen. Ausführlicher können Sie sich in unserem Buch “Bärbel und Walter Bongartz : Hypnose: Wie sie wirkt und wem sie hilft” informieren, das wir für den interessierten Nichtfachmann geschrieben haben.
Was ist Hypnose?
Oft wird erwartet - oder gar befürchtet - , daß Hypnose ein Bewußtseinszustand ist, der sich völlig vom normalen Alltagsbewußtsein unterscheidet und der einem daher völlig fremd ist. Dies ist nicht der Fall. Patienten, die zum ersten Mal eine Hypnose gut erfahren können, beschreiben dies als einen Zustand wie man ihn kurz vor dem Einschlafen erlebt, wenn die Umwelt zurücktritt, der Körper zur Ruhe kommt und man eher in spontan auftretenden Bildern denkt. Ähnliche Reaktionen können aber auch auftreten, wenn sich der Patient relativ nahe dem Wachbewußtsein erlebt. In der Regel kann man sich an alles erinnern, was während der Hypnose angesprochen wurde; eine sog. Amnesie tritt eher selten auf.
Nun könnte man entäuscht sein, das der hypnotische Zustand nicht einzigartig, nichts Spektakuläres ist. Aber wenn der hypnotische Zustand auch “nur” eine (jedem) bekannte Bewußtseinsänderung bewirkt, so ist doch spektakulär, was man mit der therapeutischen Nutzung dieses Zustandes erreichen kann. Neben den psychotherapeutischen Möglichkeiten und den vielfältigen körperlichen Veränderungen - von Vorgängen im Gehirn bis hin zu Blutbildänderungen - bietet die Hypnose auch die Möglichkeit, akute Schmerzen zu unterbinden, so daß ein operativer Eingriff oder das Ziehen eines Zahnes ohne Anästhetikum möglich ist.
Bühnenhypnose
Es sieht oft recht beeindruckend aus, was der Bühnenhypnotiseur mit seinen “Medien” dem staunenden Publukum vorführt. Aber wie dem Zauberkünstler, geht es auch dem Bühnenhypnotiseur darum, sein Publikum zu unterhalten, denn damit verdient er sein Geld - und zwar oft auf Kosten der Menschen, die sich zur Verfügung stellen und über die dann das Publikum lacht. Wie der Zauberer, will er sein Publikum beeindrucken, aber während der Zauberer offen zugibt, daß hinter seinen zum Teil unglaublichen Effekten keine übersinnlichen Fähigkeiten oder besonderen Mächte stehen, sondern einfach nur Tricks, lebt der Bühnenhypnotiseur davon, daß er seine Tricks als Ausdruck der Macht der Hypnose bzw. seiner hypnotischen Macht verkauft. Und diese Tricks haben absolut nichts mit der therapeutischen Arbeit mit Hypnose zu tun.
Ist Hypnose gefährlich?
Die Befürchtungen, man könne in Hypnose seinen Willen verlieren, Dinge über sich erzählen, wovon man nach dem Aufwachen nichts mehr weiß, oder nur mit größter Schwierigkeit wieder aus der Hypnose aufwachen, treffen nicht zu. Der hypnotische Zustand als solcher ist also nicht gefährlich.
Ob aber Hypnose einem Patienten wirklich zuträglich ist, kann nur nach einer sorgfältigen diagnostischen Abklärung entschieden werden. Dazu ist es notwendig, daß die Vorabklärung und die Hypnosebehandlung nur von entsprechend ausgebildeten TherapeutInnen (wie DiplompsychologInnen, AerztInnen) durchgeführt wird.
Wer ist hypnotisierbar?
Als Patient wird man sich fragen, ob man denn überhaupt für eine Hypnotherapie geeignet ist. Ist jeder hypnotisierbar? Wovon hängt es eigentlich ab, daß man Hypnose erfahren kann?
Nur wenige können Hypnose überhaupt nicht erfahren; ebenfalls nur wenige Menschen können Hypnose in einem besonders hohen Maße erfahren. Den meisten Menschen ist es aber möglich, eine mittlere Hypnosetiefe erleben, die für eine Therapie völlig ausreicht. Im übrigen ist es schwer, für sich selbst abzuschätzen, ob man hypnosefähig ist. Auch Personen, die überzeugt sind, sie hätten keine entsprechende Fähigkeit, sind oft überrascht wie leicht ihnen die Erfahrung von Hypnose unter sachkundiger Anleitung fällt. In diesem Zusammenhang sollte auch betont werden, daß für den Erfolg einer Therapie nicht die Tiefe der Hypnose entscheidend ist, sondern was in ihr geschieht.
Wo wird Hypnose eingesetzt?
Hypnose ist eine wirksame Therapieform zur Behandlung verschiedenster Störungsbilder, was durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt wird (Metaanalyse).
Ein wichtiges Anwendungsgebiet der Klinischen Hypnose sind die sogenannten Psychosomatischen Störungen, d.h. körperliche Erkrankungen, die als Folge seelischer Konflikte und Belastungen auftreten – zumeist in Zusammenhang mit permanenten beruflichen oder privaten Problemen. Dazu zählen neben chronischen Schmerzen, Herz-Kreislauf-Problemen oder Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. Morbus Crohn) auch Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitits) sowie Erkrankungen der Atemwege (Asthma bronchiale) und des Nervensystems (z.B. Polyarthritis).
Darüberhinaus wird Hypnose auch zur Behandlung von Ängsten (z.B. soziale Ängste, Höhenangst), Depressionen, Zwängen und Eßstörungen (z.B. Bulimie) ebenso eingesetzt. Auch bei der Behandlung von Süchten (z.B. Rauchen) hat die Hypnose ihren Platz. Weiterhin können Schlafstörungen und sexuelle Störungen mit Hypnose behandelt werden. Zur Therapie psychotischer Störungen wie Schizophrenie ist Hypnose hingegen nicht angezeigt.
Hypnose wird erfolgreich auch im medizinischen Rahmen eingesetzt, etwa in der Krebsbehandlung, um Ängste und Schmerzen zu kontrollieren bzw. um die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu reduzieren. Akute Schmerzen, etwa bei Geburt oder in der Zahnmedizin bis hin zu chirurgischen Eingriffen, können ebenfalls mit Hypnose besser bewältigt werden.
Hypnosetherapeutisches Vorgehen
Bei Therapie mit Hypnose denkt man vielleicht zunächst an suggestive Sätze, die man als Patient im hypnotischen Zustand erhält, um darüber von Problemen befreit zu werden bzw. in Hypnose den Zugang zur Erfahrung von Sicherheit und Zuversicht, Schmerzfreiheit, Lebensmut, Befreiung von Süchten etc. zu bekommen. Dieses (klassische) Vorgehen wird heutzutage ergänzt bzw. ersetzt durch die sogenannte ressourcenorientierte Arbeit mit Hypnose. Dabei wird das im Patienten vorhandene Reservoir an positiven Erfahrungsmöglichkeiten und eigenen Stärken mit hypnotischen Techniken wachgerufen und zur Bewältigung körperlicher/psychischer Probleme genutzt. Zu beiden Vorgehensweisen gibt es klinische Studien, die die Wirksamkeit dieses Vorgehens belegen.
Dauer und Kosten einer Hypnotherapie
Die Begegnung mit der Bühnenhypnose mit ihren scheinbar schnellen Effekten erzeugt beim Laien oft die Erwartung, daß die Beseitigung körperlicher oder psychischer Probleme mit Hypnose im Handumdrehen bewerkstelligt ist. Und tatsächlich kommt es auch vor, daß manchmal nur einige Sitzungen ausreichen, um schon einen deutlichen Erfolg zu verspüren. In der Regel aber dauert es länger. Auch wenn Hypnotherapie als ein kurzzeitiges Verfahren gilt, so sind doch - wie etwa auch bei der Verhaltenstherapie - je nach Problemstellung zwischen 20 und 50 Sitzungen zu veranschlagen. Und bei schwierigen Problemen kann es auch sehr lange dauern. Die Kosten schwanken zwischen 60 und 120 Euro pro Therapiestunde. Die Kosten werden u.U. von der Krankenkasse getragen, was Sie aber am besten vorher unter Angabe des Namens des Therapeuten erfragen.
Wie finde ich einen seriösen Hypnosetherapeuten?
Seriöse Hypnosetherapeutinnen und -therapeuten finden Sie hier auf dieser Website unter “Therapeutenliste”. Diese psychologischen und ärztlichen Kolleginnen und Kollegen sind gründlich in der Anwendung von Hypnose ausgebildet und haben neben Ihrem Medizin- bzw. Psychologiestudium zumeist noch weitere psychotherapeutische bzw. ärztliche Fachqualifikationen. Sie können sich aber auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung/Landesärztekammer (und demnächst auch bei der Landespsychotherapeutenkammer) Ihrer Region oder auf den Websites der Hypnosegesellschaften nach einem entsprechenden Therapeuten erkundigen.
Hier noch zwei wichtige Hinweise für die Auswahl Ihrer Therapeutin bzw. Ihres Therapeuten:
- Nur unseriöse Therapeuten verlangen vor der Behandlung, daß schon eine bestimmte Geldsumme vom Patienten zu entrichten ist. Suchen Sie sich jemand anderen, falls Sie auf einen solchen Therapeuten treffen.
- Für den therapeutischen Erfolg ist es wichtig, daß Sie Vertrauen zum Therapeuten haben. Falls dies auch nach einigen Sitzungen nicht der Fall ist, sollten Sie sich lieber jemand anderen suchen.





