Informationen zur Hypnotherapie, Klinik und Forschung

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arbeitsweise der hypnotherapie

Das Bild von der the­ra­peu­ti­schen An­wen­dung der Hyp­no­se, das auch heute noch in der Öf­fent­lich­keit vor­herrscht, wird im we­sent­li­chen durch die Ar­beits­weise der so­ge­nann­ten klas­si­schen Hyp­nose be­stimmt. Die klas­si­sche Hyp­nose ver­steht den hyp­no­ti­schen Zu­stand als einen ver­än­der­ten Be­wußt­seins­zu­stand (Tran­ce), der zu einer er­höh­ten Sug­ge­s­ti­bi­li­tät des Pa­ti­en­ten führt. In die­sem Zu­stand ge­ge­bene di­rekte Sug­ge­s­tio­nen soll­ten daher - an­ders als im Wach­zu­stand - von be­son­de­rer Wir­kung sein und den All­tag des Pa­ti­en­ten auch au­ßer­halb des the­ra­peu­ti­schen Rah­mens be­ein­flus­sen. Oft wird mit die­sem Vor­ge­hen rein sym­pto­m­ori­en­tiert ge­ar­bei­tet und be­las­ten­des Er­le­ben oder Ver­hal­ten sug­ge­s­tiv zu än­dern ver­sucht, ohne psy­cho­dy­na­mi­sche Zu­sam­men­hänge zu be­rück­sich­ti­gen. Die klas­si­sche Hyp­nose wird al­ler­dings mehr und mehr von einer mo­der­nen Form der Hyp­no­the­ra­pie er­gänzt. Wäh­rend der hyp­no­ti­sche Zu­stand für die klas­si­sche Hyp­no­the­ra­pie wegen der damit ver­bun­de­nen er­höh­ten Sug­ge­s­ti­bi­li­tät von Be­deu­tung ist, ist sie für die mo­derne Hyp­no­the­ra­pie wegen des bes­se­ren Zu­gangs zu Ge­füh­len wich­tig. An­stelle der klas­si­schen “Im­ple­men­tie­rung” di­rek­ter Sug­ge­s­tio­nen wer­den die be­las­ten­den/­hem­men­den Ge­fühle des Pa­ti­en­ten in Hyp­nose be­ar­bei­tet, auf denen der Lei­dens­druck des Pa­ti­en­ten be­ruht und die an un­an­ge­mes­se­nen Ver­hal­tens­wei­sen und Ko­gni­tio­nen (pa­tho­ge­nes Selbst­bild, ne­ga­tive Rou­ti­ne­ge­dan­ken) be­tei­ligt sind. Dabei wird auch die Le­bens­ge­schichte des Pa­ti­en­ten be­rück­sich­tigt und es wer­den u.U. auch al­te Ge­fühle und Kon­flikte in der hyp­no­ti­schen Al­ters­re­gres­sion be­ar­bei­tet. “­Be­ar­bei­ten” be­deu­tet hier das Neu- oder Wie­der­er­le­ben be­las­ten­der Si­tua­tio­nen mit hyp­no­tisch in­du­zier­ten po­si­ti­ven Emo­tio­nen, die der Pa­ti­ent (mög­lichst) aus ei­ge­ner Er­fah­rung kennt. Die the­ra­peu­ti­sche Nut­zung po­si­ti­ver Le­bens­er­fah­run­gen des Pa­ti­en­ten wird auch mit Bezug auf den be­kann­ten ame­ri­ka­ni­schen Hyp­no­se­the­ra­peu­ten Mil­ton Erick­son als “U­ti­li­sa­tion von Res­sour­cen” be­zeich­net (E­rick­son u. Ros­si, 1979). Ver­ein­facht kann die klas­si­sche Hyp­no­the­ra­pie als sym­pto­m­ori­en­tierte Sug­ge­s­tiv­the­ra­pie in Trance und die mo­derne Hyp­no­the­ra­pie als eine emo­tio­nale The­ra­pie in Trance be­zeich­net wer­den, die die Be­deu­tung des Sym­ptoms und des­sen le­bens­ge­schicht­li­che Be­grün­dung be­rück­sich­tigt. Die mo­derne Hyp­no­the­ra­pie ver­sucht dem Pa­ti­en­ten, den Ver­zweif­lung, Angst, Min­der­wer­tig­keit, De­pres­sion oder Schuld be­herr­schen, un­mit­tel­bar in der the­ra­peu­ti­schen Sit­zung die Er­fah­rung von Hoff­nung, Zu­ver­sicht, Selbst­ver­trauen oder Le­bens­freude zu ver­mit­teln. Diese Er­fah­run­gen wer­den vom Pa­ti­en­ten als real er­lebt (“Das bin ich auch.”). Mit Hilfe des Hyp­no­se­the­ra­peu­ten gilt es dann, die­ses neue Er­le­ben in den All­tag zu in­te­grie­ren.

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